Die Volkskrankheit

10. Nov 2014

 

Häufigkeit von Diabetes

  • In Deutschland sind mehr als 7 Millionen Menschen mit Diabetes in Behandlung. Ca. 3 Millionen wissen noch nichts von Ihrer Erkrankung.
  • Die meisten Menschen leiden an Diabetes Typ 2 und rund 300.000 an Diabetes Typ 1. Anderes Diabetes-Formen treten seltener auf.
  • Die Tendenz ist steigend. Seit Jahren wächst die Zahl der Erkrankten. Da Diabetes Typ 2 häufig keine Symptome zeigt, bleibt die Erkrankung oft über viele Jahre untentdeckt.

 

Diabetes-Formen und ihre Behandlung

  • Bei Diabetes Typ 1 versagt die Funktion der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse innerhalb kurzer Zeit vollständig. Der Körper der Betroffenen kann selbst kein Insulin mehr produzieren. Daher benötigen Menschen mit Diabetes Typ 1 von Beginn der Krankheit an Insulin.
  • Bei Diabetes Typ 2 kommt meist eine genetische Neigung mit einem ungünstigen Lebensstil (zu wenig Bewegung, falsche Ernährung) zusammen. Der Körper produziert weniger Insulin und ist weniger empfindlich für die Wirkung des Hormons. Grundlage der Behandlung ist eine gesunde Ernährung und hinreichend  Bewegung. Reicht dies nicht aus, kommen Medikamente, sogenannte orale Antidiabetika, hinzu, die die Insulinausschüttung fördern oder die Insulinempfindlichkeit erhöhen. Erst wenn diese nicht mehr helfen, erhalten die Patienetn Insulin.
  • Unter dem Namen Diabetes Typ 3 sind Diabetes-Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen zusammengefasst. Dazu gehört Diabetes als Folge von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Infektionen. Auch Tumore, Operationen, genetische Defekte oder Medikamente können einen Diabetes Typ 3 auslösen.
  • An Diabtes Typ 4 – auch Gestations- bzw. Schwangerschaftsdiabetes genannt- erkranken jährlich rund 24000 Frauen in Deutschland, die während einer Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich höher. Ein unbehandelter Gestationsdiabetes gefährdet die Gesundheit der Mutter und des Kindes.

 

Die Folgen des Diabetes

  • Die Stoffwechselstörung  Diabetes mellitus kann zu schweren Folg- und Begleiterkrankungen führen. Dazu gehören insbesondere Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen, oder Erkrankungen der Netzhaut des Auges.
  • Menschen, die an Diabetes mellitus Typ 2 leiden, sterben im Schnitt fünf bis zehn Jahre früher – vor allem an Herz-Kreislauf- Erkrankungen.
  • Diabetes  ist die Hauptursache für Nierenversagen, Erblindung und Fußamputationen in den entwickelten Ländern.

 

Fragen zum Thema Diabetes 

 

Der, die, das Diabetes – Was ist das eigentlich?


Diabetes Typ 1 ist eine chronische Erkrankung, die häufig schon im Kindesalter auftritt und zum jetzigen Zeitpunkt nicht heilbar ist. Das eigene Immunsystem greift hierbei die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört die insulinproduzierenden Zellen: Es ensteht ein absoluter Insulinmangel. Das Hormon Insulin ist für den Transport des mit der Nahrung aufgenommenen Zuckers aus dem Blut in die Muskel- und Fettzellen verantwortlich. Ein absoluter Insulinmangel führt daher zu einem starken Anstieg des Blutzuckers und gelichzeitig zu einer Unterversorgung der Körperzellen. 

Ein Diabetes Typ 2 entwickelt sich im Laufe des Lebens. Früher nannte man ihn deshalb auch Altersdiabetes – allerdings tritt er mittlerweile auch schon in jüngeren Jahren auf. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, aber die Körperzellen verlieren ihre Empfindlichkeit für das Hormon und / oder die Ausschüttung des Insulins aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse ist gestört. Der Diabetes Typ zwei ist zwar chronischer, er läßt sich jedoch positiv beeinflussen, indem sich  Betroffene gesund ernähren, abnehmen und sich ausreichend bewegen.

 

Wie „schlimm“ ist Diabetes?

Das Tückische an Diabetes ist: Er tut nicht weh. Vor alllem Diabetes Typ 2 beginnt schleichend. Denn unspezifische Symptome wie Müdigkeit Abgeschlagenheit treten bei vielen Erkrankungen und in unterschiedlichen Lebenssituationen auf. Bei Menschen mit Diabtes Typ 1können die Beschwerden akuter und heftiger auftreten: ständiges Wasserlassen, Durst, Gewichtsabnahme, Sehstörungen. Steigt der Blutzucker extrem an kommt es auch zu Erbrechen und Bauchschmerzen.  Diese Situation kann in seltenen Fällen auch lebensbedrohlich sein.
Neben diesen akuten Situationen ist der Diabetes aber in erster Linie wegen der Folgeerkrankungen sehr erst zu nehmen. Diese treten auf, wenn der Blutzucker über Jahre schlecht eingestellt ist. Bei guter Blutzuckereinstellung lassen sie sich umgekehrt aber auch gut vermeiden. ZU den Folgeerkrankungen gehören: Nervenschädigungen, Augenschäden an der Netzhaut, Nierenschädigungen, Herzinfarkt , Schlaganfall, Wunden an den Füßen.


Haben Diabetes Typ 2 nur ältere Menschen?

Menschen mit Diabetes Typ 2 werden immer jünger. Schätzungen gehen von etwa  5000 Kindern und Jugendlichen mit dieser Krankheit aus. Es kann also alle Altersgruppen treffen. Bei älteren Menschen tritt der Diabetes Typ 2 jedoch häufiger auf: im Alter von 40 bis 59 Jahren leiden 4 bis 10 % daran, bei Menschen älter als 60 Jahren sind es ca. 30%.


Macht Insulin dick?

Werden Menschen mit Diabetes Typ 2 von einer Tablettentherapie auf eine Insulintherapie umgestellt, nehmen sie häufig an Gewicht zu. Daran ist aber nicht das Insulin direkt Schuld. Zum einen wird durch die niedrigen Blutzuckerwerte weniger Wasser ausgeschieden. Zum anderen stehen Kohlenhydrate der Nahrung dank des zugeführten Insulins dem Körper wieder als Kalorien zur Verfügung und werden nicht mehr über den Urin ausgeschieden. Wer jetzt nicht die Kalorienzufuhr etwas bremst, legt auch ohne mehr zu essen unweigerlich an Gewicht zu. Außerdem können niedrige Blutzuckerwerte und Unterzuckerungen den Appetit steigern. Daraus den Schluss zu ziehen, zur Behandlung des Diabetes auf Insulin zu verzichten, wäre jedoch völlig verkehrt. Denn um Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist eine gute Stoffwechseleinstellung die Voraussetzung – und die ist häufig nur durch Insulingaben zu erzielen. 

 

Sollten Diabetiker weniger Zucker oder Kohlenhydrate essen?

Geht es um einen gesunden Lebensstil, gelten für Menschen mit Diabetes und Gesunde die gleichen Regeln: auf Kohlenhydrate wie Zucker müssen sie nicht verzichten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ungefähr die Hälfte der  täglichen Energie in Form von Kohlenhydraten zu sich zu nehmen. Dabei sollte reiner Zucker 50 g täglich nicht überschreiten. Süßstoff kann als Ersatz dienen, da weder blutzuckersteigernd ist und keine Kalorien hat. In normalen Maßen ist er nicht als gesundheitsgefährdend einzustufen.


Gelten Diabetiker als schwerbehindert?

Menschen mit Diabetes sind nicht automatisch schwerbehindert. Erst Diabetiker, die 4 x am Tag Insulin spritzen müssen und erhebliche Einschnitte in der Lebensführung haben, gelten als schwerbehindert und bekommen einen Grad der Behinderung von 50 anerkannt.